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Tipps zur CMS-Auswahl Nr. 1

Kriterien, Grundüberlegungen und Tipps zur Auswahl des richtigen Web Content Management Systems (WCMS)

Dass die Entscheidung für ein Content Management System oft sehr willkürlich gefällt wird oder dass beim Vergleich verschiedener Systeme Äpfel mit Birnen verglichen werden, ist ein Problem, mit dem wir im Agenturalltag häufig konfrontiert sind.

Warum ist das so? Natürlich hätte jeder, der vor der Entscheidung steht, den nächsten Relaunch der Website firmenintern planen und eine Agenturauswahl treffen zu müssen, gerne direkt vergleichbare Produkte. 

Wer einen neuen Firmen-PKW kauft, weiß, dass nicht nur Größe und Leistung zählen und verglichen werden können, sondern dass eine Menge anderer Faktoren, von der Reparaturanfälligkeit über den Wiederverkaufswert bis hin zu Ausstattung und selbstverständlich auch Prestige entscheiden. Auch der Service und die Zuverlässigkeit muss passen, genau wie bei der Agentur fürs Website-Projekt, und auch beim Internet-Auftritt müssen Konzept und Design mindestens so stimmig sein wie der technische „Unterbau“ – das CMS.

Bei Content Management Systemen und der Agenturauswahl haben wir es sogar mit viel komplexeren Entscheidungskriterien als beim Kauf eines Firmen-PKWs zu tun:

  • Open Source CMS sind kein fertiges Serienprodukt sondern eine technische Grundlage. Erst die Qualität der Dienstleistung macht das Endprodukt gut oder schlecht. 
  • Seriöse Agenturen sind meist auf bestimmte Systeme spezialisiert, d.h. hat man die Wunsch-Agentur ausgewählt, muss es nicht das geeignetste Software-Produkt sein. 
  • Content-Management-Systeme haben unterschiedliche Schwerpunkte und Leistungs-„Klassen“, sie sind aus Anwendersicht nicht direkt vergleichbar. 
  • Komplexere Enterprise-Systeme wie TYPO3 erfordern sehr viel Know-How sowie Kenntnisse in einer eigenen Skriptsprache etc., weshalb „kleine“ Webdesigner von leistungsfähigen Systemen meist „abraten“ – das gewünschte CMS sei „viel zu kompliziert“.  Oft wird das auch gleich pauschal über die redaktionelle Benutzerfreundlichkeit behauptet, was schlicht unseriös ist. Gerade komplexe Systeme lassen sich sehr gut individualisieren und benutzerfreundlich einrichten. Bei vermeintlich einfachen CMS existiert dagegen oft kein Rollen- und Rechtesystem, das dies erst ermöglicht. 
  • Wie benutzerfreundlich ist das CMS für die Redaktion? Oder gibt es vielleicht sogar einen „Quasi-Standard“ wie Microsoft Office, mit dem Mitarbeiter potentiell eher umgehen können als mit anderen Systemen? 
  • Was in diversen semi-professionellen Zeitschriften gerade „hip“ und „angesagt“ ist, kann in 1-2 Jahren schon wieder weg vom Fenster sein. Will man dann zu einem Relaunch gezwungen sein und seine komplette Datenbasis teuer migrieren müssen?
  • Ist ein bestimmtes CMS „altmodischer“ als ein anderes, oder handelt es sich dabei einfach um ein ausgereiftes, bewährtes und (vor allem) funktionierendes und langlebiges Produkt?
  • Wie bewertet man die Sicherheit der unterschiedlichen Systeme? 
  • Wie leicht finden sich Partner, die ein System erweitern oder auch nur professionell weiter warten können?
  • Welche Anforderungen habe ich überhaupt an das CMS und an die Website? Sind die Wünsche und Vorstellungen bekannt, oder wird einfach „ins blaue geschossen“?
  • Ist der kreative Teil der Dienstleistung (Konzept und Design) für mein Projekt wichtig? Brauche ich eine kleine, ultra-kreative Agentur oder eine Technik-Schmiede? Oder muss ich gar zwei Agenturen beauftragen?
  • Zukünftige Pläne: welche Anforderung wird die Firmenwebsite in ein, zwei oder drei Jahren erfüllen müssen? Ist das System entsprechend ausbaubar, oder steht man mit den Möglichkeiten schnell an und ein (teurer) Wechsel ist nötig?
  • Wie ist der technische Aspekt unterschiedlicher Systeme zu bewerten? Handelt es sich um ein Profi-System, das bei namhaften Firmen und Konzernen im Einsatz ist oder eher um ein „Bastel-CMS“?
  • Wie ist die Barrierefreiheit der einzelnen Systeme zu bewerten? 
  • Wie einfach oder komplex ist das publizieren von unterschiedlichen Ausgaben: Desktop-Version, Mobilversion, das CMS als „Datenlieferant“ für Apps etc.

Gibt es die berühmte „eierlegende Wollmilchsau“ bei Content Management Systemen? JEIN. Es gibt natürlich Systeme, die deutlich mehr können als andere. Ein Beispiel:

Wordpress ist zum Beispiel ein Blogsystem, das sich in Grenzen auch als CMS verwenden lässt. Durch den Einsatz von Erweiterungen und entsprechendem Know-How kann es auch in Richtung „klassisches“ Web CMS erweitert werden – ob dies Sinn macht, hängt vom konkreten Fall ab. Auf jeden Fall erkauft man sich den Umbau eines eigentlich auf ein anderes Kerngebiet spezialisierten Produktes mit erheblichen Nachteilen.

TYPO3 ist ein sehr leistungsfähiges CMS, dessen Kern schon einen extrem großen Einsatzbereich abdeckt, das gerade in Europa sehr weit verbreitet ist, und das einem sehr professionellen Release- und Sicherheits-Management unterliegt. Für einen reinen Firmen-Blog wird es sich ganz sicher weniger eignen als Wordpress, auch wenn man mit TYPO3 ebenso einen Blog betreiben kann. Für die Corporate Website, die mit sehr individuellem grafischen Konzept und einer Vielzahl von typischen CMS-Funktionen aufwarten soll, wird TYPO3 die deutlich bessere Wahl sein. TYPO3 spielt in einer ganz anderen Liga als Wordpress, dennoch werden diese beiden Systeme oft verglichen. Wir werden in einer Serie von Blogbeiträgen in der nächsten Zeit versuchen, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen und einige der oben genannten Aspekte genauer beleuchten.

Für den Einkauf ist im ersten Schritt wichtig, seine eigenen Anforderungen zu kennen und sich zu den Möglichkeiten, die das eine oder andere System bietet, kompetent beraten zu lassen. Die Vergleichbarkeit völlig unterschiedlicher Systeme ist oft ebenso schwierig wie ein Preisvergleich von Angeboten, den Agenturen mit sehr unterschiedlicher Erfahrung (und auch Qualität) bieten. Denn Sie werden für den neuen Firmen-PKW auch nicht einen BMW 525i mit einem Skoda Fabia vergleichen, oder? 

Da man selbst als Einkäufer, Marketingmitarbeiter oder Projektleiter das nötige Spezialwissen kaum haben kann, verhält es sich mit der Agenturauswahl ein bisschen wie mit dem eigenen Arzt, dem Anwalt oder dem Steuerberater: Vieles ist einfach Vertrauenssache.

Wir haben uns als kreative, technisch versierte Agentur nicht ohne Grund auf TYPO3 spezialisiert, da das Basissystem extrem leistungsfähig ist und die Skalierbarkeit von der kleinen Corporate Website bis zum Multi-Website-Projekt des Großkonzerns gegeben ist. Wir beraten Sie gerne zu den Möglichkeiten für Ihr konkretes Projekt!